WG-MySeniorenBlog
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Bedrohtes Tier
Der Feldhase:
ist ein Einzelgänger in offenen Kulturlandschaften mit langen Ohren, langen Hinterläufen und einem bräunlichen, an der Unterseite weißen Fell, das ihm eine gute Tarnung ermöglicht. Er lebt in einer flachen Mulde im Boden, der sogenannten Sasse, und ist dämmerungs- sowie nachtaktiv. Feldhasen sind ausgezeichnete Sprinter und können bis zu 80 km/h schnell werden, wobei sie durch Richtungswechsel (Haken schlagen) Fressfeinden entkommen. Sie sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Getreide und im Winter auch von Rinde und Knospen.
Welche Tiere sind in Deutschland vom Aussterben bedroht?
Feldhasen gelten bundesweit als gefährdet, auch wenn wir die scheuen Tiere eher selten zu Gesicht bekommen. Feldhasen leben meist in der Nähe des Menschen. Denn sie mögen offene Landschaften lieber als dichte Wälder, das sagt ja schon ihr Name. Leider bieten aber die Felder unserer intensiven Landwirtschaft heutzutage immer weniger Verstecke und Nahrung. Besonders seit den 1980er Jahren nehmen die Bestände stetig ab und Feldhasen gelten heute bundesweit als gefährdet.
Der Feldhase ist der größte Hase der Welt. Seine auffälligsten Merkmale sind die kräftigen Hinterfüße und die langen Ohren, an deren Spitze sich ein dreieckiger, schwarzer Fleck befindet. Im Gegensatz zu den kleinen Wildkaninchen bauen Feldhasen keine Höhlen, sondern leben in offenen Landschaften.
Der Feldhase ist eng verwandt mit dem Alaskahasen, Polarhasen, Schneeschuhhasen, Schneehasen, Präriehasen und Eselhasen. Sie gehören alle zusammen zu den „Echten Hasen“ - einer Gruppe mit etwa 30 Arten. Sie unterscheiden sich von anderen Mitgliedern der „Hasenfamilie“ durch ihre besonders langen Hinterbeine und die langen Ohren.
Die Heimat der Feldhasen sind Europa, Russland und Asien. Weil sie ein beliebtes Ziel für Jäger sind, wurden sie in andere Teile der Welt ausgewildert. Sie leben mittlerweile auch in Südamerika, Australien und Neuseeland. Ihr Lebensraum sind Grasland und offene Landschaften.
Feldhasen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Im Frühjahr ändert sich das. Sie sind dann auch tagsüber aktiv, weil sie auf der Suche nach einem Partner sind. Man kann häufig beobachten, wie sie sich auf offenen Feldern gegenseitig verfolgen. Die meiste Zeit sind sie allerdings Einzelgänger.
Feldhasen haben eine Körperlänge von 55-68 cm. Sie wiegen etwa 3,5-5 kg.
Die Augen der Feldhasen stehen sehr weit auseinander – und das hat einen großen Vorteil. Auf diese Weise haben sie ein Sichtfeld von nahezu 360 Grad ohne ihren Kopf drehen zu müssen.
Feldhasen haben sehr lange Ohren. Sie helfen ihnen, Raubtiere wahrzunehmen. Sie können 10-14 cm lang werden und sind an den Spitzen schwarz.
Feldhasen leben wortwörtlich auf großem Fuß. Ihre Hinterfüße können bis zu 14-16 cm lang werden. Das ist in etwa, als hätte ein erwachsener Mensch knapp 40-60 cm lange Füße und würde Schuhgröße 62-92 tragen. Sie haben richtig viel „Power“ in ihren Hinterfüßen und können sehr schnell laufen.
Das Fell ist gelblich-grau, ockerbraun oder braunrot.
Die größten Unterschiede zwischen Feldhasen und Wildkaninchen sind die Ohren und die Füße. Beim Feldhasen sind sie sehr lang, beim Wildkaninchen kurz.
Feldhasen sind in offener Landschaft leicht zu entdecken. Trotzdem schaffen sie es in den meisten Fällen, Raubtieren zu entkommen. Wie machen sie das? Sie sind perfekt an das Leben in offenen Graslandschaften angepasst.
Weit auseinander stehende Augen – ermöglicht eine gute Rundumsicht,
lange Füße – helfen dabei, schnell wegrennen zu können,
große Nase – sorgt für mehr Sauerstoff, wenn sie flüchten müssen,
großes Herz – für mehr Energie beim Rennen,
ducken und Ohren anlegen – dadurch - bleiben sie unentdeckt
Feldhasen sind Pflanzenfresser. Im Sommer ernähren sie sich vor allem von grünen Pflanzen, Kräutern und Gräsern. Im Winter besteht ihre Nahrung zum Großteil aus Knollen, Zweigen, Knospen, Wurzeln und Rinde. Manchmal essen sie auch ihren eigenen Kot, weil sich darin noch viele unverdaute Proteine und Vitamine befinden. Sie verbringen zwei Drittel ihres Tages damit, nach Nahrung zu suchen. Es heißt, dass zwei bis drei erwachsene Tiere mehr als ein einzelnes Schaf fressen. Wenn man bedankt, das Schaf ist deutlich größer!
Was machen Feldhasen eigentlich tagsüber? Wenn sie nachts aktiv sind, müssen sie schließlich irgendwann schlafen. Aber wie, wenn ständig Raubtiere um sie herum sind? Sie haben einen Trick, um sich möglichst unsichtbar zu machen: Sie legen ihre Ohren an und ducken sich in eine Mulde auf den Feldern und sind verschwunden.
Im Frühling kann man kämpfende Feldhasen beobachten. Sie stellen sich dabei auf ihre Hinterfüße und schlagen mit den Vorderpfoten aufeinander ein. Das sieht ganz ähnlich aus wie bei einem Boxkampf. Früher glaubte man, zwei Männchen würden sich um ein Weibchen streiten. In den meisten Fällen findet der Kampf aber zwischen einem männlichen und einem weiblichen Feldhasen statt. Wenn er sich behaupten kann, willigt sie in die Paarung ein.
Feldhasen verständigen sich hauptsächlich über ihre Körpersprache. Wenn sie ihre Ohren aufstellen, zeigen sie, das sie aufmerksam sind. Sie warnen ihre Familie vor Angreifern, indem sie mit ihren Hinterfüßen trommeln. Wenn sie gegen einen Artgenossen kämpfen, trommeln sie mit ihren Vorderfüßen. Bei Gefahr legen sie ihre Ohren an.
Feldhasen können sich nicht gut verteidigen und verlassen sich daher auf ihre Fähigkeit, schnell wegzurennen – mit ihren kräftigen Hinterfüßen. Sie sind so schnell, dass kaum ein Raubtier sie einholen kann. Außerdem schlagen sie immer wieder ganz plötzlich eine neue Richtung ein. Sie rennen zickzackartig und verwirren so den Angreifer.
Feldhasen haben einen ausgezeichneten Sehsinn, Hörsinn und Geruchssinn.
Feldhasen können bis zu 3 m weit und bis zu 2 m hoch springen.
Feldhasen können bis zu 80 km/h schnell rennen. Sie haben keine scharfen Krallen oder Zähne, mit denen sie Füchsen oder Greifvögeln etwas anhaben könnten. Deshalb ist ihre einzige Verteidigung die Flucht. Je schneller sie sind, desto besser natürlich. Doch bevor sie losrennen, drücken sie sich bei Gefahr erst mal ganz flach auf den Boden. Vielleicht übersieht der Feind sie ja? Erst in letzter Sekunde spurten sie davon. Dank ihrer langen, kräftigen Hinterfüße können sie sich gut vom Boden abdrücken und dem Angreifer davonrennen.
Feldhasen können bis zu 12 Jahre alt werden. Über die Hälfte der Jungtiere werden aber nicht mal ein Jahr alt.
Der größte natürliche Feind des Feldhasen ist der Fuchs. Er wird aber auch von Wölfen, Luchsen, Hunden und Katzen erbeutet. Die Jungtiere fallen Greifvögeln und Eulen zum Opfer.
Die Jagd und die Landwirtschaft gehören zu den größten Bedrohungen für Feldhasen.
Einen Feldhasen zu sehen, ist ein seltenes Glück. Dennoch gibt es Menschen, die gerne auf sie schießen, um ihr Fleisch zu essen und ihr Fell zu nutzen: Jäger. Im Jahr 2022/2023 wurden über 230.000 Tiere erlegt. Je mehr getötet werden, desto stärker empfinden die Tiere aber einen Fortpflanzungsdrang. Schließlich merken sie, dass ihre Verwandten nicht mehr leben und bekommen Angst, auszusterben. Deshalb vermehren sie sich um so mehr. Weil der Mensch aber auch die meisten Raubtiere ausgerottet hat, haben sie gleichzeitig keine natürlichen Feinde. Das sehen die Jäger wieder als Rechtfertigung, weiter zu jagen.
Die Landwirtschaft braucht immer größere Flächen. Sie werden hauptsächlich für den Anbau von Futter für Nutztiere verwendet – weil so viele Menschen Fleisch essen möchten. Das hat zur Folge, dass der Lebensraum und das Nahrungsangebot für Feldhasen immer kleiner wird. Wenn wir weniger Fleisch essen würden, bräuchten wir weniger Tierfutter und es gäbe wieder deutlich mehr freie Flächen.
In der Landwirtschaft werden Pflanzen häufig mit Pestiziden behandelt, also Pflanzenschutzmitteln, um Insekten und andere Schädlinge fernzuhalten. Feldhasen wissen aber nicht, was Pestizide sind und meiden daher auch nicht die Felder, die gerade damit eingesprüht worden sind. Über den Sprühnebel nehmen sie im Vergleich zur Nahrung die 7-fache Menge an Pestiziden auf. Je öfter sie ihnen ausgesetzt sind, desto höher ist die Belastung. Sie hat zur Folge, dass die Tiere unter geringerer Fruchtbarkeit leiden oder sogar daran sterben.
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 60.000 Feldhasen, weil sie im Straßenverkehr von Autos erfasst werden.
Die meisten Jäger sind daran interessiert, dass es immer genug Tiere gibt, die sie jagen können. Aus diesem Grund wurden Feldhasen in viele Teile der Erde ausgewildert. In den meisten Gegenden haben sie sich jedoch unerwartet stark vermehrt – weil sie dort keine Feinde haben. Die Jäger haben ein Ungleichgewicht geschaffen, das die Natur stark belastet.
Der Feldhase ist bei uns schon eine bedrohte Tierart. In Deutschland steht der Feldhase jedoch auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt wird er sogar als stark gefährdet eingestuft.
Feldhasen sind eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Raubtieren und Raubvögeln.
Feldhasen pflanzen sich zwischen Januar und Oktober fort, am häufigsten aber im März.
Was wie ein Boxkampf zwischen Männchen aussieht, gehört eigentlich zum Paarungsritual zwischen Männchen und Weibchen. Wenn das Weibchen ihn mit der Pfote schlägt, will sie seinen Willen testen oder ist nicht an ihm interessiert.
Feldhasen bekommen bis zu drei Mal im Jahr Junge. Die Tragzeit dauert 41-42 Tage. In einem Wurf befinden sich 1-5 Junge.
Bei ihrer Geburt haben Feldhasen bereits ein Fell und sind recht selbstständig. Sie werden von ihrer Mutter einige Stunden am Tag allein gelassen. In dieser Zeit besorgt sie Nahrung. Die Jungen ducken sich in eine Erdmulde und bewegen sich nicht. Da sie noch keinen Eigengeruch haben, sind sie für viele Raubtiere „unsichtbar“. Sie werden vier Wochen lang gesäugt und können sich mit 6-8 Monaten bereits selbst fortpflanzen.
Junge Feldhasen bitte nicht anfassen!
Wer gerne in der Natur unterwegs ist, hat möglicherweise schon mal einen kleinen Feldhasen gesehen, der sich in einer Erdmulde oder in hohem Gras duckt. Er bewegt sich nicht und rennt auch nicht weg, wenn man ihm näher kommt. Es ist wahrscheinlich ein Jungtier, das dort auf seine Mutter wartet. Sie ist unterwegs, um sich selbst mit Nahrung zu versorgen und kommt nur zurück, um ihren Nachwuchs zu säugen. Einen jungen Feldhasen sollte man niemals mitnehmen und auch nicht anfassen. Er nimmt sonst den menschlichen Geruch an, wird von der Mutter verstoßen und muss sterben.
Auch die Tiere, die augenscheinlich krank aussehen oder sich ungewöhnlich verhalten, sollte man nicht anfassen. Am besten verständigt man den zuständigen Revierjäger – er weiß wie man dem Tier helfen kann.
Der Nürnberger Maler Albrecht Dürer hat 1502 ein Aquarell von einem Feldhasen gemalt. Es ist eines seiner berühmtesten Gemälde.
Der Feldhase ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und Fortpflanzung. Sein Paarungsritual führte in England zum Spruch: „mad as a March hare“, was auf Deutsch „verrückt wie ein Feldhase im März“ bedeutet. In „Alice im Wunderland“ gibt es auch den verrückten „Märzhasen“.
Bedrohtes Tier
Der Sommer ist da!
Unsere Wünsche können sich erfüllen -
wir wollen ihn auch genießen!