Hier beschreibe ich eine kurze Abhandlung
von den Pyradmiden und vom Ägyptischen Nationalmuseum
über unsere Reise nach Kairo (Teil 2).
Tagestour nach Kairo mit Pyramiden und Museum:
Eine beliebte Option ist eine private Tagestour ab Kairo oder Gizeh, die alle Highlights in einem Tag vereint. Wir haben frühmorgens - mit der Abholung vom Hotel - begonnen. Nach über 5 Stunden Fahrt sind wir in Kairo angekommen. Wir hatten uns vom Hotel auch Verpflegung mitgeben lassen, so das wir unterwegs nirgens halten mussten. Nach dem Abholen unseres - Proffessors - als Reisbegleiter, ging es gleich los. Zu allererst ins Ägyptischen Nationalmuseum am Tahrir-Platz, wo man über 150.000 Artefakte bewundern kann (siehe Bilder auf der Hauptseite), darunter Schätze aus dem Grab von Tutanchamun. Unser Reisebegleiter hat uns alles sehr ausführlich erklärt. Nach einer Mittagspause in einem Restaurant mit Blick auf den Nil, ging es weiter zu einem Besuch der Pyramiden von Gizeh – der Cheops-, Chephren- und Mykerinos-Pyramide und die Große Sphinx sowie den Taltempel von Chephren.
Ein kurzer Blick ins Große Ägyptische Nationalmuseum:
Das Große Ägyptische Museum (GEM) wurde am 1. November 2025 nach über 20 Jahren Bauzeit feierlich eröffnet. Der offizielle Festakt fand mit großem Pomp und Lichtspektakel in Sichtweite der Pyramiden von Gizeh statt. Das Projekt wurde ursprünglich in den 1990er Jahren unter Präsident Husni Mubarak angekündigt, der Baubeginn erfolgte 2005. Mehrfach verschobene Eröffnungstermine – zunächst für 2018 und später 2020 geplant – waren auf politische Unruhen wie die Revolution 2011, finanzielle Herausforderungen und die Wirtschaftskrise in Ägypten zurückzuführen.
Seit Oktober 2024 erfolgte eine schrittweise Eröffnung („Soft Opening“), bei der zunächst die Große Halle, das Treppenhaus und zwölf Galerien zugänglich gemacht wurden. Dies ermöglichte es dem Betreiber, Abläufe zu testen und Personal einzuarbeiten, bevor die vollständige Eröffnung erfolgte. Das Museum gilt als eines der ambitioniertesten kulturellen Bauprojekte des 21. Jahrhunderts. Es ist das erste Museum seiner Art in Ägypten und der arabischen Welt und befindet sich in der Nähe der historischen Stätte Al-Fustat.
Das Herzstück des Museums ist die außergewöhnliche Mumiengalerie, in der 22 königliche Mumien (Pharaonen und Königinnen) wie Thutmosis III., Ramses II. und Hatschepsut ausgestellt sind. Die Präsentation imitiert das Gefühl, durch das Tal der Könige zu wandern. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 23.000 m² werden etwa 150.000 Artefakte präsentiert.
Pyramiden von Gizeh:
Die Pyramiden von Gizeh sind die bekanntesten Grabmäler der ägyptischen Pharaonen und entstanden zwischen 2580 und 2500 v. Chr. in der 4. Dynastie des Alten Reiches. Sie wurden als ewige Ruhestätten für die Herrscher Cheops (Khufu), Chephren (Khafre) und Mykerinos (Menkaure) errichtet und gelten als das einzige der sieben antiken Weltwunder, das bis heute erhalten geblieben ist.
Die Bauepoche markierte den Höhepunkt der ägyptischen Pyramidenarchitektur: Die Cheops-Pyramide war ursprünglich 146,6 Meter hoch und bestand aus über 2,3 Millionen Steinblöcken, während die anderen beiden Pyramiden etwas kleiner sind. Archäologische Funde in den umliegenden Arbeiterdörfern belegen, dass die Monumente von bezahlten Facharbeitern und nicht von Sklaven erbaut wurden; diese waren gut ernährt, medizinisch versorgt und organisierten den Bau als nationales Projekt.
Die Anlage diente nicht nur als Grabmal, sondern sollte durch ihre Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen (insbesondere dem Sternbild des Oriongürtels) und die integrierten Tempelkomplexe den Aufstieg des Pharaos ins Jenseits ermöglichen. Seit 1979 stehen die Pyramiden und die nahe gelegene Große Sphinx als UNESCO-Weltkulturerbe unter Schutz und gehören zu den meistbesuchten historischen Stätten der Welt.
Die Pyramiden von Gizeh wurden aus religiösen und astronomischen Gründen exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Die Ägypter glaubten, dass der verstorbene Pharao über den Nordhimmel in das Jenseits aufsteigen würde – eine Region, die in der Mythologie als unvergänglich galt. Daher verlief ein Grabkammerschacht von Norden nach Süden, um dem Pharao den Weg in den „unzerstörbaren“ nördlichen Himmel zu ermöglichen.
Zur Bestimmung der Nordrichtung nutzten die Baumeister vermutlich Sternenbeobachtungen: Die britische Ägyptologin Kate Spence vertritt die Theorie, dass die Ägypter die Position der Sterne Mizar (im Großen Bären) und Kochab (im Kleinen Bären) nutzten. Wenn diese Sterne senkrecht übereinanderstanden, markierte ihre Verbindungslinie die genaue Nordrichtung. Diese Methode erklärt auch, warum die Cheops-Pyramide (um 2480 v. Chr.) am genauesten ausgerichtet ist – zu dieser Zeit war die Ausrichtung besonders präzise möglich.
Die exakte Ausrichtung zeigt somit nicht nur fortgeschrittenes astronomisches Wissen, sondern diente vor allem einem religiösen Zweck: die ewige Vereinigung des Pharaos mit den Göttern.
Die Pyramiden von Gizeh wurden nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, um religiöse, kosmologische und astronomische Glaubensvorstellungen der alten Ägypter zu erfüllen. Die Ausrichtung diente nicht nur der Präzision, sondern hatte tiefere symbolische und funktionale Bedeutung:
1. Religiöse und jenseitige Bedeutung:
Die Ägypter glaubten, dass der verstorbene Pharao im Jenseits mit den Göttern vereint werden sollte. Die Nordseite der Pyramiden war besonders wichtig, da der Norden als „unzerstörbarer Himmel“ galt – die Region, in der die Zirkumpolarsterne („Unvergängliche“) niemals untergingen. Diese Sterne galten als Wohnstätten der Götter. Durch die exakte Nordausrichtung konnten Schächte in der Pyramide direkt auf diese Sterne zeigen, um der Seele des Pharaos den Weg in die Ewigkeit zu ermöglichen.
Der nördliche Luftschacht der Königskammer in der Cheops-Pyramide zeigte auf den damaligen Polarstern (Thuban im Sternbild Drache). Der südliche Luftschacht war auf das Sternbild Orion ausgerichtet, das mit Osiris, dem Gott der Wiederauferstehung, assoziiert wurde.
2. Astronomische Methoden:
Die Baumeister nutzten präzise astronomische Beobachtungen, um die Ausrichtung zu erreichen. Zwei Haupttheorien erklären, wie dies möglich war: Sternenmethode (Kate Spence): Um 2467 v. Chr. standen die Sterne Kochab (Kleiner Bär) und Mizar (Großer Bär) so, dass eine Linie zwischen ihnen den Himmelsnordpol genau markierte. Diese Konstellation ermöglichte eine nahezu perfekte Ausrichtung.
Sonnenscheinmethode (Glen Dash): Bei den Tagundnachtgleichen (Frühling/Herbst) wirft ein senkrecht stehender Stock (Gnomon) einen Schatten, der eine gerade Linie von Osten nach Westen zieht. Im rechten Winkel dazu ergibt sich die Nord-Süd-Achse. Dieses einfache, aber effektive Verfahren erklärt auch die leichte Drehung gegen den Uhrzeigersinn, die bei den Pyramiden beobachtet wird.
3. Symbolik und Architektur:
Die Pyramide selbst galt als „Treppe zum Himmel“ oder „Strahlen des Sonnengottes Re“, die den Pharao in die göttliche Sphäre emporheben sollte. Die exakte Ausrichtung nach den vier Himmelsrichtungen unterstrich die kosmische Ordnung (Maat), die der Pharao als Herrscher verkörperte.